Bürgerallianz Feucht fordert flexiblen Rufbus – Mobilität im ländlichen Raum neu denken

Feucht – Die Bürgerallianz Feucht hat im April 2025 einen erneuten Antrag zur Einführung eines flexiblen Rufbus-Systems im Gemeindegebiet eingebracht. Ziel ist es, die Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen zu verbessern und eine tragfähige, bedarfsgerechte Alternative zu starren Buslinien zu schaffen.

Bereits 2021 stellte Marktgemeinderätin Birgit Ruder einen Antrag zur Taktverdichtung der VAG-Linie 50. 2023 folgte der Vorschlag zur Einführung eines Bürgerbusses, der im Marktgemeinderat am 24. Mai 2023 jedoch einstimmig abgelehnt wurde. „Die Situation hat sich seither nicht verbessert – im Gegenteil“, sagt Ruder. „Gerade im ländlichen Raum werden Busverbindungen weiter reduziert, Verbindungen ausgedünnt und Bürger mit Mobilitätsbedarf allein gelassen.“

Insbesondere für Auszubildende und Arbeitnehmer im Gewerbepark Nürnberg-Feucht ist die derzeitige stündliche Taktung eine reale Hürde. Wer nicht über ein eigenes Auto verfügt – darunter auch viele Jugendliche und ältere Menschen – ist oft auf private Fahrdienste angewiesen. Für Ruder steht fest: „Ein lebendiger Ort braucht Bewegung. Und Bewegung braucht erreichbare Wege.“

Kleinere Busse, mehr Flexibilität

Das vorgeschlagene Modell sieht kleinere Fahrzeuge mit 20 bis 25 Sitzplätzen vor. Diese könnten auf Abruf eingesetzt werden – entweder telefonisch oder per App buchbar. Dadurch ließen sich Leerfahrten vermeiden und gleichzeitig eine höhere Flexibilität für die Nutzer erreichen. Gleichzeitig würden sich Anschaffungs- und Betriebskosten gegenüber großen Linienbussen erheblich reduzieren.

„Die bisherigen Modelle mit Großbussen sind für ländliche Regionen weder wirtschaftlich noch bürgernah“, so Ruder. „Es braucht intelligente Lösungen, keine weiteren Kürzungen.“

Kooperation mit Nachbargemeinden angeregt

Ein weiterer Vorschlag der Bürgerallianz: Die Gemeinde Feucht sollte das Projekt nicht allein angehen, sondern mit umliegenden Gemeinden kooperieren. Besonders die Stadt Altdorf, die ähnliche Mobilitätsprobleme kennt, sei ein naheliegender Partner für ein gemeinsames Rufbus-Modell. Eine überörtliche Zusammenarbeit würde nicht nur wirtschaftliche Vorteile bringen, sondern auch den Zugang zu Fördermitteln erleichtern.

Mobilität für alle – nicht nur für die Stadt

„Während Städte wie Nürnberg in den ÖPNV investieren, wird auf dem Land zurückgebaut“, kritisiert Ruder. „Wer im ländlichen Raum lebt, fühlt sich oft wie ein Bürger zweiter Klasse.“ Sie verweist auf die gesetzlichen Möglichkeiten, solche Projekte auch finanziell zu fördern. „Die Zeit, Mobilität neu zu denken, ist jetzt.“

Der Antrag wurde im Marktgemeinderat eingereicht. Die Bürgerallianz hofft auf konstruktive Gespräche und breite Unterstützung – im Gremium ebenso wie in der Bevölkerung.

Kontakt:
Birgit Ruder
Marktgemeinderätin
Bürgerallianz Feucht
www.bürgerallianz-feucht.de

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